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Robin Von Gestern – Intelligenter Sound aus dem Grenzgebiet
Geschrieben am 15. Juni 2011 von Whykiki

Vom Moerser Jazzfestival habe ich in den letzten Tagen ja bereits berichtet. Neben den musikalischen Aktivitäten im großen Festzelt gibt es aber auch immer jede Menge Musik am Randd der Wege, auf den Wiesen und Zeltplätzen. Und eigentlich ist das einer meiner Hauptgründe das Moers Festival immer wieder zu besuchen. So habe ich auch in diesem Jahr einen sehr interessanten Menschen getroffen von dem ich heute ein wenig erzählen will, weil es dieser junge Mann einfach verdient hat mal erwähnt zu werden.

Robin Von Gestern oder auch Roub nennt sich der junge Mann. Das passt vor allem deshlab so gut, weil ich seine CD nach einer durchfeierten Nacht aus meinem Rucksack fischte und dachte: "Jau, stimmt, das war ja der Robin von gestern Abend!"
Allein damit hat er mich schon gebannt, eine so einfache und doch so wirkungsvolle Idee…
Getroffen habe ich Robin bei einer kleinen Jam-Session nach dem großen Regen, er gesellte sich zu uns und überzeugte mit einem grandiosen Freestyle-Rap. Danach sind wir dann ins Gespräch gekommen.

Robin Von Gestern bzw. Roub heisst eigentlich Robin Brune und stammt aus Aachen. Dort arbeitete er schon lange an seiner musikalischen Karriere und hat in Eigenregie bereits ein erstes Album veröffentlicht. Derzeit studiert der er aber auch Kunst in Maastricht und pendelt daher zwischen Aachen und Maastricht hin und her.
Kürzlich hat Roub sein zweites Album in Eigenregie fertiggestellt und ich gehöre nun zu den Glücklichen, die diese streng limitierte CD ihre eigen nennen dürfen. Bisher gibt es ingesamt 100 Einzelstücke auf denen Roub geneigten Hörern seine Musik vorstellt.

Die Songs erinnern bisweilen an die Musik, die man aus dem Erfurter Kreis um Clueso und Konsorten kennt: eine Prise Rap und Hip-Hop, ein bisschen Pop, aber immer mit sehr intelligenten Texten, die zum Nachdenken anregen. Damit führt er das Konzept seines ersten Albums "Roubstar statt Popstar" weiter fort.

Obwohl sein größtes Interesse der Musik gilt ist Roub aber vor allem ein begnadeter Künstler, ein Allrounder, der anscheinend in allen Bereich eine Möglichkeit findet sich selber zu verwirklicen. Sehr beeindruckt haben mich nämlich seine Bilder, seine Ideen und die damit verbundene Kreativität.
Wer sich Bilder und Fotos auf seiner Homepage www.roub.de anschaut wird verstehen was ich meine, erst das alles macht daraus das von mir empfundene Gesamtkunstwerk Roub.

Sein neues, zweites Album "Von Robin Bis Gestern" fügt sich nahtlos in den künstlerischen Gesamtkosmos von Roubstar ein. Beeindruckt hat aber auch hier mit welcher Liebe und Hingabe sich Robin dem Design seines zweiten Albums gewidmet hat: Die CD besteht aus einem Holzcover, die Roub alle von Hand gesägt und zusammegeklebt hat. Fakt ist: Damit hat er auf jeden Fall meine Aufmerksamkeit erregt und ebenso könnte das auch bei Plattenfirmen funktionieren, wenn Robin einen neuen Anlauf wagt.

Ich wünsche ihm für seinen weiteren musikalischen Lebensweg auf jeden Fall alles erdenklich Gute und freue mich schon auf die nächste, auch wenn sie vielleicht erst in einem Jahr wieder stattfinet. Anbei noch die Links zu Robin’s Seiten, so dass ihr euch selber von seinem  kreativen Schaffen überzeugen könnt.

Quelle: http://musiktipps24.com/robin-von-gestern-intelligenter-sound-aus-dem-grenzgebiet/#comment-14041

Das Letzte mal Artspace Rondeel

Topdownbu

Kommt vorbei. es wird gross und nicht artig.
wir sind die Rambazamba Band
wegbeschreibung: http://artspacerondeelmaastricht.wordpress.com/contact/
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21.5. ARM (art space rondeel) abschiedskonzert
22:00  DIE RAMBA ZAMBA BAND
sind:
johke ono (billy rueckwaerts) // trommeln, loop FX
konni jung (kerkrade) // trommeln / e-drums
genna (clamshell) // sexy sax
henning geheimfarz (herzberg haenger) // stromgitarre
robin v. gestern (das niveau singt) // stimme, MPC & so
demian noah (alphabetic city) // muntermonica & melodica
tobi (neu) // gitarre / bass

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Ein Interview - von Gestern

1. Wie kam es dazu, dass du mit dem Sprayen angefangen hast?
Mit dem Sprühen hab ich schon sehr früh angefangen, schon in der Grundschule,
aber nicht mit dem Sprühen an sich mit der Dose, sondern mit dem Zeichen.
Ich hab auf dem Weg zur Schule immer Graffitis gesehen, z.B. gab es da einen
Sprüher namens Buch, und die Graffitis fand ich ganz cool und hab die dann
angefangen nachzuzeichnen.
Meine Grundschullehrerin war die Mutter von einem ziemlich guten Sprüher aus
Aachen und die meinte zu mir, dass das ja cool wäre was ich da mache und dass
ich das weiter machen solle, das war ca. 1997. Im Jahr 2000 hab ich dann mein
erstes Graffiti mit der Dose gesprüht, die Dosen haben wir damals bei meinem
Stiefvater aus der Werkstatt stibitzt und so ging es dann bis heute weiter.
2. Was willst du mit deiner Kunst ausdrücken und was bedeutet diese für
dich?
Es ist immer schwierig zu sagen, was man mit der Kunst ausdrücken will, in
erster Linie will ich nichts Spezielles damit ausdrücken, sondern ich hab den
Drang mich kreativ auszudrücken. Es geht weniger um das Was als um das
eigentliche Tun, wenn ich das nicht mache, werde ich irgendwie unglücklich, es
gehört einfach zu meinem Alltag dazu. Manche Leute sitzen den ganzen Tag vor
dem Fernseher oder dem Internet und manche finden es spannender Sachen
anzumalen und sich nachts rauszuschleichen.
Das Medium ist eigentlich egal, ob mit der Dose, Stickern oder Plastikfiguren, ich
muss das einfach tun, weil ich sonst zuhause versauer, es macht mich einfach
glücklich. Mein Antrieb ist das Tun als solches.
3. Wie lange bist du schon dabei und wo liegt der Reiz?
Dabei bin ich im Endeffekt seit 2000, mit meinem ersten Graffiti, Skizzen mache
ich, wie gesagt schon seit 1997. Seit 2003 mach ich auch Graffitiauftragsarbeiten,
damit verdien ich dann auch Geld und das soll dann auch mal ein Teil meines
Berufs werden. Mein Reiz liegt darin, wie die Leute auf meine Street Art
reagieren, z.B. haben wir mal Plastikfiguren in die Straße geklebt und es ist lustig
zu sehen, wie die Leute darauf reagieren.
Wir haben auch mal Computertasten auf Parkscheinautomaten, Bankautomaten
und in Telefonzellen geklebt, z.B. falsche Entertasten, um die Leute zu verwirren,
der Reiz liegt darin, die Reaktionen der Leute auf so etwas zu sehen und auch
sich einfach nachts aus dem Haus zu schleichen.
4. Inwiefern ist Graffiti als Kunst in der Gesellschaft angesehen?
Es gibt schon viele Leute, die das ganz gut finden. Man hört immer „Wir finden
ja die bunten Bilder gut, aber wenn die Leute ihren Namen einfach irgendwohin
schmieren, finden wir das nicht gut“, ich kann ja nachvollziehen, dass Tags nicht
schön gefunden werden, aber es ist für die Sprüher da, um sozusagen ihr Revier
zu markieren.
Man sieht, da ist eine Jugend, die will sich ausbreiten, da ist junge neue
Energie, wenn man das nicht hat, in so kleinen Kommunen, das ist schon fast
beklemmend. Die jungen Leute brauchen Raum für ihre Kreativität und den
nehmen sie sich einfach und das finde ich auch das Schöne an Graffiti.
5. Wie stehst du zu illegalen Graffitis? Gibt es Möglichkeiten für Sprayer
ihre Kunst legal zu betreiben oder sind sie gewissermaßen gezwungen
ihre Kreativität illegal auszuleben?
Gezwungen wird hier gar keiner, man kann ja auch einfach zum Sperrmüll gehen
und sich Holzbretter nehmen und die anmalen, dass ich auch Leuten rate, die
das erste mal Sprühen, die sollen nicht direkt irgendwo was anmalen gehen und
vor allem nicht in die Graffitis von anderen reinmalen. Ganz viele Bilder werden
von unwissenden kaputt gemacht und das finde ich noch viel schlimmer.
Es gab früher seit den spätern Achtzigern bis ca. 2003 in Aachen mehrere Legale
Wände zum Sprühen, die sind mittlerweile aber fast leider alle geschlossen. In
Kohlscheid und in Würselen gibt es jeweils noch eine Wand zum Sprühen.
Und alles andere ist Dicht, das ist sehr schade weil der Raum wurde super
angenommen und das war auch ein Treffpunkt da konnten die jungen Leute von
den alten was lernen und man kannte sich in der Szene.
Heute ist das viel schwerer sich kennen zu lernen weil es diese Orte nicht mehr
gibt. Es gibt noch den Faetkaepp store, wo man Leute kennen lernen kann, aber
das ist einfach nicht mehr dieser Spirit der früher da war, das ist sehr schade.
Es wäre doch schön, wenn die Regierung das mal so sehen würde und sagen
würde wir geben noch mal Flächen frei. Illegales Sprühen, wie gesagt, das wird
es immer geben, auch wenn es legale Flächen geben würde, darin liegt einfach
der Reiz, trotzdem sind legale Flächen wichtig.
6. Wer und/oder was dient dir als Inspiration für deine Arbeiten?
Eigentlich inspiriert einen alles was es gibt. Ich bin durch die Stadt gelaufen
und hab mich an den Bildern von anderen Sprühern inspiriert. Man sieht ein
Bild, guckt es sich an und das was mir daran gefällt, das kopier ich dann, man
kann auch nicht ohne kopieren auskommen, das ist Quatsch, es geht gar nicht
anders. Man guckt sich im Internet Blogs an, wie rebelart.net oder ilovegraffiti.de
aber wichtig ist es, mit einem offenen Auge durch die Stadt zu gehen und so
Inspiration zu sammeln. Ich sehe viele verschiedene Sachen, mische diese und
versuche dadurch meinen eigenen Stil zu machen. Ein guter Satz dazu den
ich mal auf der Uni gehört habe „Don’t try to be original, just try to be good“, sei
einfach gut, arbeite an deinen Sachen, sei kritisch und dann läuft das schon.
7. Du bist ja nicht nur als Graffiti-Künstler tätig, sondern zeichnest,
fotografierst und produzierst noch Musik und Videos. Würdest du dich
als einen typischen Sprayer bezeichnen oder eher als Künstler der sich
in verschiedenen Bereichen der Kunst auslebt?
Ich muss diese Kunstsache machen, sei es Musik, seien es Bilder, ich muss
mich so ausdrücken, wo ich grade Bock drauf habe. Ich find es ganz wichtig
Sachen miteinander zu vermischen und das, was dabei herauskommt wird umso
spannender, desto unterschiedlicher die Zutaten sind und ich versuche mit vielen
verschiedenen Sachen etwas zu erstellen. Fotos mache ich zum Beispiel zum
dokumentieren, ich sehe mich selbst nicht als Fotograf.
Ich find es einfach spannend viel auszuprobieren und wenn mir was Spaß macht,
dann mach ich das weiter, ich probier einfach Vielseitigkeit als meinen Leitfaden
zu sehen.
8. Wurdest du schon einmal beim Sprayen erwischt, oder kennst jemanden
dem dies widerfahren ist? Wenn ja mit welcher Strafe muss ein Sprayer
rechnen, wenn man ihn auf Frischer Tat ertappt?
Ja ich wurde schon einmal erwischt, da war ich 14 und wir hatten uns überlegt
halb 10 ist eine gute Zeit und haben an einer Autobahnbrücke gesprüht, aber da
war direkt ein Wohngebiet und die Anwohner hatten uns gehört und die Polizei
gerufen. Unser Plan war, wenn wir ein Auto hören, gehen wir einfach ganz
normal weiter, als wären wir Fußgänger, nur kam dann auf einmal die Polizei.
Aus Spaß hatten wir auch so ein Diktiergerät dabei und die Polizei meinte,
das wäre kriminelle Energie, die hier groß wird, wir würden das ja sogar
dokumentieren. Wir mussten denen auch alle unsere Skizzenbücher geben und
die haben sich noch ein bisschen unsere Zimmer angeguckt.
Wir haben dann nach so einem Vorsprechtermin dann 15 Sozialstunden
bekommen, wir waren eben erst 14.
Man muss halt aufpassen, was man anmalt und sich geschickt anstellen.
(Das komplette Interview hier: www.soundcloud.com/vongestern )